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Am 3.9. begann fuer mich hier drueben der Unialltag. Mein Stundenplan sah zunaehchst gar nicht soo voll aus, nur 4 Kurse. Ein Optikkurs am Massachusetts Institute of Technology (MIT), ein Physikkurs, ein Mathekurs und ein „research“-Kurs in Harvard. Als „graduate student“ kann man hier auch Kurse an anderen Unis belegen. Drei theoretische Kurse also, der „research“ Kurs heisst, dass ich an einer x-beliebigen Sache in einem Labor arbeiten kann (Thema musste ich vorher kurz beschreiben) und am Ende schreibt man entweder eine Art Hausarbeit oder haelt einen Vortrag. Fuer diesen Kurs arbeite ich wieder in der Mazur-Gruppe, in der ich letztes Jahr auch schon mein Praktikum gemacht habe und am Ende werde ich meine Ergebnisse in einem Vortrag vor der Gruppe praesentieren.
Es fing also alles ganz langsam an. Nach der ersten Stunde am MIT habe ich mir schon gedacht, dass kann ja heiter werden: die ersten paar Stunden wuerde wiederholt, sagte der Professor und als er mit der Wiederholung anfing, wurde mir schnell klar, dass es fuer mich nur bedingt eine Wiederholung war… Von dem Stoff hatte ich gehoert, aber das meiste sagte mir recht wenig und der Prof versicherte uns unentwegt, dass wir uns nicht langweilen sollten, er wuerde bald mit dem Tempo anziehen! Um Langeweile hatte ich mir eigentlich die geringsten Sorgen gemacht.
Nach 2 Wochen kamen dann die anderen beiden Kurse hinzu und ab dem Zeitpunkt hatte ich eigentlich das Gefuehl, dass Essen und Schlafen reine Zeitverschwendung waeren. Die Kurse hier an der Uni (oder generell in den USA) laufen etwas anders ab, als ich das aus Deutschland kenne. In jedem Fach bekomme ich 1x die Woche Hausaufgaben auf, die nach einer Woche eingesammelt und benotet werden. Das hoert sich vielleicht auch noch gar nicht so schlimm an, aber im Schnitt beschreibe ich fuer jede Hausaufgabe 10 DinA4 Seiten (Vorder- und Rueckseite) mit irgendwelchen Rechnungen.
Seit letzter Woche ist mir klar, dass ich diese 4 Kurse nicht gleichzeitig schaffe. Ich befinde mich gerade erst am Anfang des Semesters und habe jetzt schon das Gefuehl, dass ich mitten in einer Klausurenphase stecke und das halte ich einfach keine 3 Monate durch! Alles halb so wild, wie mir jetzt klar geworden ist. Obwohl man eigentlich vorgeschrieben bekommt 4 Kurse im Semester zu belegen, tun das hier die wenigsten! Zuletzt habe ich mich mit einer aus Taiwan unterhalten, die macht sogar nur 2 Kurse! Also habe ich den MIT Kurs vertagt, da mir dort noch einige der Grundlagen fehlen und freue mich gerade, dass ich die Monsterhausaufgabe fuer Morgen (in dem Kurs zumindest) nicht mehr machen muss!
Meinen Tagesrhythmus habe ich ein wenig umgestellt und bin jetzt zur Fruehaufsteherin geworden! Das angenehme hier an der Uni sind die unendlichen Moeglichkeiten, die einem geboten werden. Es gibt verschiedene Fitnesscenter, die fast rund um die Uhr geoeffnet sind, man kann an allen moeglichen Sportkursen teilnehmen, oder auch andere Freizeitangebote (Theater, Kino, Museum,…) wahrnehmen und staendig gibt es irgendwo Vortraege von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt ueber jedes nur erdenkliche Thema. Und das meiste ist kostenlos fuer die Studenten! Verhungern sollen wir hier auch nicht und daher gibt es (zumindest im Sommer) mehrmals im Monat ein kostenloses Barbeque oder auch schon Mal jede Menge Eis!
So anstrengend das Lernen auch sein mag, die Umgebung in der man sich befindet, ist doch sehr ansprechend. Als Beispiel habe ich Mal ein paar Bilder eingefuegt.
6 Kommentare bis jetzt
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und wo sind die ganzen fleißigen Studenten??? Die Library ist ja total verweist
Kommentar von Märri 29 September 2008 @ 10:38Bin ja jetzt Fruehaufsteherin, das Foto hab ich Morgens um 7.30 gemacht, da hat der Rest wohl noch geschlafen
Kommentar von spoga 29 September 2008 @ 20:01Hi Peggy, gut, dass du die koreanerin kennengelernt hast. deutschland ist mal wieder zu gründlich! jetzt wird die chose vielleicht etwas überschaubarer und du siehst licht am ende des tunnels!
Kommentar von sushi 5 Oktober 2008 @ 11:06die library ist einfach nur schön!
hi spoga,
das klingt nach physikstudium 1. semester. – 10 seiten rechnungen kommen mir bekannt vor. gut zu wissen, dass man in harvard auch nix geschenkt bekommt.
grüße vom schreibtisch
Kommentar von lynxfuss 8 Oktober 2008 @ 1:46lynxfuss
ja so ungefaehr fuehle ich mich auch. ich hab auch schon mal gedacht, dass ich mich ein bisschen so fuehle, als waere ich vom Kindergarten gleich aufs Gymnasium gegangen
Ungefaehr so gross fuehlt sich die Luecke an, die in meinem Kopf existiert.
Kommentar von spoga 8 Oktober 2008 @ 3:26Mensch, die Bücherei sieht wirklich nett aus!
Musste dann auch gleich an Ghostbusters denken.
Hm, das mit dem Lernstoff ist natürlich nicht so toll. Ich kenn das teilweise auch vom Mathekurs 4. Semester. Aber da hat man das ganze ja spätestens in den Übungen verstanden, aber die gibt es wohl bei Euch nicht, was?! Und Hausaufgaben zu bekommen, kann ja auch durchaus Sinn machen, damit man sich da wirklich mit beschäftigt, aber jede Woche?!….
Kommentar von Tom 20 Januar 2009 @ 14:59