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Knapp eine Woche bin ich jetzt hier und nach jeder Menge Strapazen bin ich nun stolze Besitzerin eines amerikanischen Mobilfunkvertrages und seit ca. 15 Minuten verfügt unsere Wohnung über einen funktionierenden DSL Anschluss!!! Jetzt kann das Leben endlich wieder weitergehen
Um kurz zusammenzufassen, wie es zu diesem großen Glück gekommen ist:
Verizon wollte ja einen zweiten Nachweis über meine Anschrift hier in Somerville. Glücklicherweise bekam ich Anfang dieser Woche ein Schreiben von AT&T, der Konkurrenz von Verizon, an eben diese Adresse mit meinem Namen im Briefkopf. Das Schreiben enthielt keinerlei wichtige Informationen, reichte aber dennoch aus, um als zweiter Nachweis meiner Anschrift durchzugehen! $400 musste ich leider trotzdem hinterlegen, aufgrund meiner nicht vorhandenen „credit history“ hier in den USA… Die bekomme ich allerdings in einem Jahr mit Zinsen zurück und bis dahin werde ich es wohl irgendwie schaffen mir eine „credit history“ aufzubauen.
Auch unser Internet beziehen wir über Verizon und das Freischaltungsdatum sollte der 21.9. gewesen sein, an dem Tag war aber noch nix freigeschaltet, wie ich an dem blinkenden DSL-Lämpchen an unserem Modem erkennen konnte. Nach ca. 15 Telefonaten mit dem Kundenservice von Verizon, kam heute Morgen ein freundlicher Techniker vorbei, der die Sache in etwa einer Stunde ans Laufen gebracht hat. Das Problem war wohl, dass die DSL Leitung gar nicht bis ans Haus verbunden war. Jetzt ist sie richtig angeschlossen und ich kann meinen Blog von zu hause aus weiterführen
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Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten angekommen, habe ich mir als erste Aufgabe gestellt, einen Mobilfunkvertrag abzuschließen, um in irgendeiner Art und Weise erreichbar zu sein. Ich muss dazu sagen, dass es in unserer Wohnung keinen Festnetzanschluss gibt, generell glaube ich, dass nur noch eine handvoll Amerikaner überhaupt so etwas Altertümliches besitzt. Außerdem haben wir derzeit noch kein Internet, was aber ab Ende dieser Woche anders werden soll. Daher habe ich mich gleich Sonntag auf den Weg zum Handyladen begeben (einer dieser Tage an denen ich mich unheimlich darüber freue, dass hier in Amerika auch Sonntag so ziemlich alles geöffnet hat). Im Laden angekommen habe ich mich innerhalb von 10 Minuten für ein Handy und einen Vertrag entschieden und die freundliche Verkäuferin fing gleich an, alle meine Daten ins System einzugeben. Reisepass und Visum habe ich vorgelegt und auch schon eingewilligt, dass ich für ein Jahr eine Kaution von $400 Dollar hinterlegen würde. Die Kaution kommt daher, dass ich hier in den USA noch keine ausreichende „credit history“ besitze (ich habe zwar eine Kreditkarte von der amerikanischen Bank, diese aber glaube ich noch nicht häufig genug eingesetzt), und der Mobilfunkanbieter jetzt erst mal ein Jahr gucken möchte, ob ich auch immer pünktlich meine Rechnung begleiche, bevor mir die Kaution zurück erstattet wird. Soweit also alles in Ordnung, nur hatte ich noch keinen Nachweis darüber dabei, dass ich jetzt hier in Boston wohne. Dieser Nachweis kann z.B. ein Schreiben von der Bank sein, auf dem mein Name und meine Anschrift stehen. Glücklicherweise war gleich bei meiner Ankunft hier in Boston ein Kontoauszug von der Bank and meine derzeitige Adresse geschickt worden, die ich kurz zuvor online angegeben hatte. Also habe ich im Handyladen gesagt, dass ich das Schreiben am nächsten Tag vorbei bringen würde und daraufhin würden sie mir dort das Handy freischalten und aushändigen.
Also begebe ich mich am nächsten Tag wieder in den Laden. Die Entscheidung, ob ein Handy freigeschaltet wird, liegt nicht in der Macht der Verkäufer, sondern in der des „credit departments“ (so haben die das glaub ich genannt). Ich bringe also den Kontoauszug mit meinem Namen und meiner Anschrift vorbei, eine Verkäuferin faxt es zum „credit department“ und wird kurz drauf von denen zurück gerufen. Jetzt sollte man eigentlich meinen, dass ich alles nötige vorgelegt habe. Sollte… Das credit department sieht das anders und sagt der Verkäuferin, dass ich noch einen zweiten Nachweis über meinen Wohnsitz vorlegen muss! Warum auch immer, so was muss man glaube ich als Normalsterblicher nicht verstehen. Die Verkäuferin fragt mich also, ob ich noch irgendetwas anderes habe, z.B. einen Mietvertrag oder eine Nebenkostenabrechnung. Habe ich natürlich alles noch nicht. Ob ich eine Massachusetts ID habe? Nein, woher denn, ich bin ja gerade erst hier hingezogen. Das alles sagt die Verkäuferin dem Menschen am anderen Ende der Leitung und motzt ihn gleich auch noch ein bisschen an und fragt, warum es den gerade erst hier hinziehenden internationalen Studenten so schwer gemacht würde, es wäre ja jedes Jahr das gleiche. Ich scheine also nicht die einzige zu sein, die hier Schwierigkeiten hat. Tja, leider kann sie auch nicht mehr machen und ich sage also, dass ich versuchen werde, eine Massachusetts ID zu bekommen und dann noch mal zum Laden zurück zu kommen.
Die Massachusetts ID (Mass ID) erhält man hier im „Registry of Motor Vehicles“ (RMV) und da war ich letztes Jahr schon mal, wegen genau der gleichen Sache und habe damals nichts erreicht, aber irgendwie hatte ich mir erhofft, dieses Mal mehr Glück zu haben. Das RMV ist im Zentrum von Boston und vergleichbar mit unseren Bezirksämtern. Die Wartezeiten sind genauso lang und das Personal mindestens genauso freundlich wie bei uns. Ich habe mich also Montag Morgen um 7.30 auf den Weg zum RMV gemacht und stand um 8h dort vor der Türe. Ich wusste, dass es erst um 8.30 öffnet, aber ich wollte gerne als eine der ersten da sein, was mir auch fast geglückt ist. Draußen vor der Türe standen erst so ca. 20 Leute und als um 8.30 die Tür aufgemacht wurde, hatte sich die Schlange noch einmal verdreifacht! Ich habe die Nummer 10 erhalten und musste ja sowieso erst das Formular ausfüllen. Die Mass ID gilt als Nachweis für meinen Namen, mein Alter, meine Unterschrift, sowie meine Anschrift hier in den USA. Um ein solches Dokument zu erhalten, wollte die Behörde vier Dinge von mir:
- meinen Pass oder meine Social Security Nummer (SSN)
- einen Nachweis über meine US Anschrift
- einen Nachweis über mein Geburtsdatum
- einen Nachweis über meine Unterschrift
Punkt eins war schnell abgehakt, hatte ich beides dabei: Reisepass und SSN. Als Nicht-Amerikanerin habe ich ja schon das große Privileg, eine Social Security Nummer zu besitzen. Diese Nummer gilt hier als Heiligtum, keine Ahnung womit man die bei uns vergleichen kann. Man braucht sie, um hier arbeiten zu dürfen, also vielleicht so etwas wie eine Sozialversicherungsnummer. Nur kann man hier mit dieser Nummer auch ein Bankkonto eröffnen und muss sie in verschiedenen anderen Situationen angeben. Jedenfalls besitze ich so eine Nummer und habe eine Karte, die ganz offiziell abgestempelt wurde und auf der auch meine Unterschrift zu sehen ist. Aber anscheinend ist diese Nummer gleichgestellt mit meinem Reisepass, jedenfalls wollte die fürchterlich kurz angebundene Dame hinter dem Schalter die SSN nicht als Unterschriftnachweis gelten lassen. Die US Anschrift konnte ich mit dem Kontoauszug von der Bank belegen. Als nächstes Dokument habe ich das I20 Formular vorgelegt. In diesem Formular ist festgehalten, warum ich mein Visum erhalten habe, es enthält: Name, Geburtsdatum, Unterschrift, Adresse der Uni und einen wunderschönen Stempel von der Einwanderungsbehörde (Department of Homeland Security). Dieses Formular war nun geeignet entweder meine Unterschrift oder mein Geburtsdatum nachzuweisen. Aber nur eins von beidem! Also hat sie mich wieder nach hause geschickt und gesagt, ich könnte wiederkommen, wenn ich einen weiteren Nachweis entweder über meine Unterschrift oder mein Geburtsdatum vorlegen kann. Das wundersame ist, finde ich, dass mein Reisepass (weltweit gültig) nicht ausreicht um gleichzeitig als Nachweis für meine Unterschrift und mein Geburtsdatum zu gelten… Wieder so eine Sache, die man nicht verstehen muss. Es gibt eine Liste von Dokumenten, die vom RMV akzeptiert werden, um mein Geburtsdatum oder meine Unterschrift nachzuweisen. Von den ersten 10 kommen für mich nur zwei in Frage: Reisepass und I-94, das ist ein kleines Stück Papier, dass in Boston am Flughafen in meinen Pass getackert wurde und auf dem steht, wann ich eingereist bin, welche Art von Visum ich habe und mein Name und mein Geburtsdatum. Allerdings gibt es vom RMV die kleine Zusatzbemerkung, dass der Reisepass und das I-94 nur als EIN Nachweis gelten. Natürlich, wäre sonst ja auch einfach und unkompliziert… Die restlichen acht Dokumente besitzt man nur als Amerikaner, daher für mich unbrauchbar. Dann gibt es weitere 13 mögliche Dokumente (z.B. amerikanische Scheidungsurkunde, amerikanische Heiratsurkunde, US military discharge papers – was auch immer das sein mag…) Von diesen 13 Dokumenten könnte ich mit viel Glück eventuell 2 auftreiben, eins würde von der Uni abhängen und meiner Einschreibung (die nicht vor dem 10. September geschieht) und das andere von meiner Bank und das wäre auch mit recht viel Aufwand und noch mehr Zeit verbunden. Allerdings bleibt mir wohl nichts anderes übrig.
Herzlich willkommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten…
Gespeichert unter: everyday life
jetzt bin ich also seit ca. 16h in Boston… Der Flug gestern war erstaunlicher Weise ohne besondere Vorkommnisse! Keine Verspätung, keine Annulierung, keine Flugplanänderung. Ich war sogar äußerst überrascht, wie schnell ich aus dem Flughafengebäude in Boston raus war! In meinem Flieger waren glaube ich ca. 90% Amis und daher war bei der Immigration nichts los und ich konnte gleich zu einem der 5 Schalter durchgehen, an dem ja bekannterweise sämtliche Daten aller Ausländer erfasst werden. Ich glaube dieses Mal habe ich auch das erste mal alle 10 Fingerabdrücke bei der Einreise abgeben müssen, allerdings musste ich das auch schon bei der Beantragung des Visums. Also habe ich ungefähr 10min für die Einreise benötigt und als ich ans Gepäckband kam, fuhren meine Koffer auch gleich an mir vorbei! Sehr praktisch : ) Der Zoll hat mir auch keine Fragen gestellt, obwohl mich das ein wenig gewundert hat, weil ich ja zwei große Taschen und einen kleinen Trolley plus einen Rucksack dabei hatte.
Dann wurde ich von einem Freund abgeholt und in der Wohnung abgesetzt. Mein Mitbewohner ist gerade eine Woche im Urlaub, aber er hatte Jeff den Schlüssel gegeben. Ich werde noch ein kleines Video oder ein paar Fotos von meinem neuen Zuhause machen. Das Gästezimmer habe ich auch schon inspiziert und es bietet genügend Platz für 1-2 Personen! Freue mich auf baldigen Besuch von Euch : )
Internet habe ich noch keins zu Hause, gerade sitze ich in einem kleinen Café am Ende meiner Straße „The Biscuit“ bei blauem Himmel unter einem Sonnenschirm auf der kleinen Terasse und hier gibt es irgendwo ein Wlan Netz : )
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Kurz vor meinem Abflug Morgen Nachmittag noch einmal ein paar Zeilen für meinen Blog.
Letzten Sonntag haben wir zum Abschied einen Familienausflug gemacht. Es ging ins wunderschöne Spich zur Bowling Arena! Eigentlich war ja ein Ausflug ins Grüne geplant, aber wie das mit dem Sommer hier in Deutschland ist, muss man eben immer einen Alternativplan parat haben. Ab Morgen wird alles anders ; )
Mit von der Partie waren Smurfje, Spatorion, Spoga, Möhre, Luigi, Sushi und Wolle (Namen von der Redaktion geändert). Von den Profis neben uns auf der Bahn, die ausgerüstet mit Armschiene, um den Ball nicht zu verreißen vor jedem Wurf eine ca. 5 minütige Konzentrationsphase wahrgenommen haben, haben wir uns nicht weiter stören lassen. Eine glorreiche Scene könnt ihr im Video betrachten, der amerikanische Volkssport kann mir nun nichts mehr anhaben ; )
Nach einer weiteren ereignisreichen letzten Woche, mit viel Organisiererei und diversen Verabschiedungen, sind meine Koffer nun endlich gepackt und der Rest aus dem Seat Altea XL ist in Umzugskartons und anderen Kisten verstaut und kann im Keller eingemottet werden.
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…bis zu meinem Abflug in die USA. Visum habe ich vorletzte Woche ziemlich schmerzfrei in der Botschaft in München erhalten. Letzten Donnerstag bin ich von München zurück nach Köln gezogen. Mein Hab und Gut habe ich soweit reduziert, dass es in einen Seat Altea XL gepasst hat! Nur mein Fahrrad habe ich vorerst meinem Mitbewohner in München überlassen, das fand im Kofferraum leider keinen Platz mehr.
